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So ein Katzenjammer! Warum Miaut meine Katze ständig?

Sebastian Dächer
31.05.2017

Jedoch kann unser Stubentiger auch zur nervlichen Belastung werden. Das süße Miau des einst so niedlichen Kitten wird zur dauerhaft anhaltenden Lärmbelästigung. Doch was treibt unsere felligen Freunde dazu, sich permanent zu Wort zu melden. Die Gründe sind vielseitiger, als man vermuten mag.

Allgemeine Information zur Geräuschkulisse

Katzen teilen sich auf vielerlei Weise mit. Über die Schwanzhaltung und der Position der Ohren bis zur Lautsprache gibt es tausende Kombinationen, über die sich unsere Katze mitteilen möchte. Neben Schnurren, Schnattern oder gar Gurr-Lauten ist das „MIAU“ das wohl bekannteste Geräusch der Katzensprache. Von leise und verängstigt, bis laut und fordernd, bis hin zum garstig schreienden Miauen ist alles möglich.

Mögliche Gründe, warum sich Ihre Katze zu Wort meldet:

• Ihre Katze ist vom Wesen sehr mitteilungsbedürftig
• Kitten rufen nach ihrer Mutter
• das Tier hat Hunger und verlangt nach Futter
• das Tier begrüßt dich nach längerer Einsamkeit (Arbeitsalltag)
• das Tier klagt allgemein über Einsamkeit oder Unterforderung
• das Tier ist erkrankt (Miau als Symptom)
• das Tier ist rollig und auf Partnersuche


Spielen wir nun die genannten Szenarien genauer durch.

Wesensbedingte Laute:

Manche Katzenrassen, wie z.B. die Siam-Katze gelten als besonders mitteilungsbedürftig. Sie sind für ihre vielseitige Lautsprache bekannt. Auch kann es einfach im Charakter Ihres Tieres liegen, dass sie gerne und viel Miaut. An dieser Situation lässt sich nur bedingt arbeiten. Katzen aus Tierheimen neigen Erfahrungsgemäß auch dazu, sich verstärkt mitteilen zu wollen.

Der Futterruf:

Ob ein leerer Fressnapf der Auslöser für die Lärmbelästigung Ihres Tieres ist, lässt sich am leichtesten herausfinden. Katzen sind sehr intelligent und wissen genau, wo ihr Futter zu finden ist. Gerne sitzen sie direkt vor dem Napf bzw. Schrank, in dem Sie das Fressen üblicherweise aufbewahren. Sie rufen durch das ständige Miau ihren Besitzer, führen Herrchen oder Frauchen zur Futterstelle und schauen diese dann vorwurfsvoll an. Sollte sich das miauen in Form des Futterrufs jedoch häufen, sollten Sie über einen Wechsel des Futters nachdenken. Eventuell enthält das Futter nicht mehr genügend Nährstoffe (gerade bei heranwachsenden Katzen) um das Tier ausreichend zu sättigen. Eine andere Möglichkeit kann auch sein, dass Ihrer Katze von der Futtersorte übersättigt ist. Sie wollen ja selbst nicht 15 Jahre ein und das Selbe tagtäglich essen müssen.

Kitten rufen nach ihrer Mutter:

Dieser Futterruf, der oben erläutert wurde, ist schon bei den kleinsten Kätzchen veranlagt. Kitten haben unverkennbare Rufe, ähnlich des Geruchs der Mutter, über den sich die Tiere gegenseitig identifizieren können. Die Mutter weiß anhand der Tonlage genau, ob ihre Babys Hunger haben oder verängstigt sind. Dieses Miauen endet mit der wachsenden Selbständigkeit der Tiere.

Einsamkeit und unzureichende Beschäftigung:

Das nervige Miauen des Haustieres kann vor Langerweile auftreten und ist ein echter Nerven-Zerreißer. Besonders häufig dürfen Halter von einzelnen Wohnungskatzen in den Genuss dieser musikalischen Tagesuntermalung kommen. Zwar gibt es viele Tiere, die die Einzelhaltung weniger als störend empfinden, jedoch sind Katzen entgegen der allgemeinen Behauptungen keine Einzelgänger. Die domestizierten Katzen der Moderne lieben Gesellschaft. Bleibt ihnen dies durch fehlende Freigänge oder Spielkameraden verwehrt, so werden sie ihren Unmut lauthals kundtun. Ob Ihre Katze auch unter Einsamkeit leidet, bemerken Sie neben dem Miauen möglicherweise auch an anderen Verhaltensweisen. Betroffene Tiere rennen wie angestochen durch die Wohnräume und springen waghalsig über Ecken des Mobiliars, um irgendwie die überschüssige Energie abzubauen. Leider müssen dafür auf häufig Ihre Sofalehnen oder Tischbeine daran glauben. Sie fallen den ungebändigten Krallen zum Opfer.
Wenn Sie diesem Verhalten entgegenwirken möchten, können Sie:

• Über einen Spielgefährten für Ihr Tier nachdenken. (Am besten schon in jungen Jahren)
• Sich nach Logik-Spielsachen in Zoohandlungen umsehen oder diese evtl. auch selber bauen.
• Überprüfen, ob Freigang nicht doch umsetzbar wäre.
• Sich effektiv mehr Zeit für gemeinsame Spielstunden einräumen, um Ihr Tier beim Energieabbau zu unterstützen.

Hormonelle Schwankungen und Krankheit:

Sofern Sie Ihr Tier nicht kastriert haben lassen, dürfen auch Sie regelmäßig in den Geschmack der rolligen Phase kommen. Sowohl Katzen, als auch Kater sind in dieser Zeit auf Partnersuche und „rufen“ nach ihren Artgenossen. Häufig ist mit diesem Verhalten, das Markieren ihm Wohnbereich (auch wenn Ihre Katze dies sonst nie tut!) und extreme Anhänglichkeit gepaart. Zum Vermeiden des Katzenjammers während dieser hormonellen Achterbahnfahrt Ihres Tieres, sollten Sie bereits im Voraus beruhigende Maßnahmen treffen. Als hilfreich hat sich der Pheromon-Zerstäuber von „Feliway“ erwiesen. Die freigesetzten Pheromone geben Ihrer Katze ein Gefühl von Behaglichkeit und Wohlbefinden. Um dem permanenten Miauen während der Rolligkeit jedoch endgültig entgegen zu wirken, sollten Sie eine Kastration in Erwägung ziehen.

Sollte all dies jedoch nicht auf Sie und Ihre Katze zutreffen, so sollten Sie ernsthaft einen Tierarzt aufsuchen. Katzen zeigen in der Regel nur ungern, wenn es ihnen schlecht geht. Ein andauerndes Miauen Ihres Lieblings, vor allem, wenn es nicht in seiner Natur liegt, in Kombination mit geänderten Fressverhalten und Berührungsempfindlichkeit, kann ein ernstzunehmendes Symptom von Erkrankungen sein. Man könnte sagen, die Katze „schreit“ vor Schmerzen bzw. „ruft nach Hilfe“. Diese Rufe sollten Sie keinesfalls unterschätzen und Sich auf jedem Fall mit einem Tierarzt beraten. Frühzeitig erkannte Krankheiten sind meist gut therapierbar. Ihre Fellnase wird Ihnen danken.

Bild: CC0 Public Domain


Weitere Infos

http://www.haustier-news.de/pets-premium
 
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