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Saarbrücken ist sehenswert und einmalig
Dieter Reif08.08.2012
Da informieren die Stadtratsfraktionen mit keinen Informationen im Wochenspiegel (Ausgabe 8.August 2012).Halt typisch saarländische Informationspolitik! Herr Bauer (SPD) über die "Zukunftsmusik Baustellenlärm" der zeitlich so leise abläuft, dass ihn keiner mehr zu hören vermag; Herr Fiedler (FDP) informiert über das ach so schöne "CHINESENVIERTEL" das nach dem Eingriff „Grundsanierung“ ein schönen Wohn- und Ausgehviertel ist, aber kein Normalsterblicher mehr die Mieten für „WOHNEN“ und „GEWERBE“ zahlen kann. Einer nach dem anderen gibt im Nauwieser-Viertel auf und flüchtet aus dem ach so schönen Viertel; Herr Brück (GRÜNE) informiert über "URBANE STRUKTUREN", die es leider in Saarbrücken nicht mehr gibt; Herr Richter informiert über die zu hohen "verfassungsrechtlichen ENERGIEPREISE", schade das wir eine Demokratie sind und zu guter Letzt informiert Herr Linsler über den nicht vorhandenen "Beethoven-Park". Den lieben Kollegen der CDU Fraktion, Herrn Strobel, lasse ich mal mit dem Messegesülze außen vor. (Ich frage mich: ist bei uns wieder Wahlkampf?)Toll finde ich, alle sitzen doch im Stadtrat der Landeshauptstadt und tun anscheinend nicht´s als wöchentlich im Wochenspiegel ihr Scherflein zum Seitenfüller beim Wochenspiegel beizutragen.
Zum Beispiel:
Da nimmt ein Herr Prof. Ochs mit seinen Studenten wieder mal ein Projekt in den Mund und alle stürzen sich vehement, wie z.B. Herr Linsler auf dieses, wenn auch teilweise, nüchtern betrachtet, mehrfach schon vorgeschlagene Vorschläge, wobei immer wieder über ein unterirdisches Parken am Beethovenplatz nachgedacht wird.
Seit 26 (i.W. sechsundzwanzig) Jahren fordert und bemüht sich das Saarbrücker Bürgerforum, mit Frau Ulrike Donié, um eine Umgestaltung des Beethovenplatzes in den ursprünglichen Zustand als PARKANLAGE, ohne Parkplatz da dies kostengünstiger ist. Die Bebauung rund um den „Platz“, übrigens sehr schöne ehemalige Herren und Geschäftshäuser, lässt etwas anderes nicht zu. In Saarbrücken gibt es eine funktionierende Infrastruktur, Saarbahn, Busse, Fahrradwege mit eigenen Fahrradbeauftragten. Wozu benötigen wir noch Parkplätze? Ich meine das mit aller Ernsthaftigkeit. Theaterparkhaus, Karstadtparkhaus, Saargallerieparkhaus, Kaufhofparkhaus, Parken unter der Westspange, Parkhaus Talstraße.... Kommen den die Menschen nur in die Stadt um zu Parken?
In Saarbrücken fehlen solche innerstätischen Grünanlagen und Freiräume. Das eigentliche Hindernis hier soll die Q-Park sein? Dies ist fragwürdig, hat doch unsere Stadt einen „Stadtrat“ der entsprechend beschlossen hat, diese Anlage der „Q-Park“ zur Nutzung als PKW-Parkplatz zur Verfügung zu stellen.
"Geldmangel" der Landeshauptstadt war wohl der ausschlaggebende Punkt, der erwirkte schon damals besondere Auswüchse und tut dies immer noch. Da werden Nutzungsänderungen von noch städtisch genutzten grünen Park-Plätzen (Gerberplatz) zu Gunsten der Q-Park Betreiber umgemünzt, wiederum im Sinne des Stadtrates. Unser Baurecht sagt aber, Erholungsinteresse der Bürger bei Umnutzung einer Grünfläche ist zu beachten.
Eine Stadt soll ATTRAKTIVER als andere ATRAKTIVE STÄDTE werden. Konkurrenzgedanken gegenüber Luxembourg, Metz, Straßburg? Die Landeshauptstadt muss attraktiver werden, schade ist nur, dass Saarbrücken nur eine Milliarde Schulden vor sich herschiebt und die Stadt sich nicht so verhalten kann wie ihre Konkurrenten. Obwohl sie das gerne möchte. (mit den Großen pinkeln, aber….) Andererseits verliert die Stadt Saarbrücken durch ihr jetziges Verhalten nicht nur Gewerbetreibende die Steuer zahlen wollen, sonder auch Anwohner die dem Desaster in der Landeshauptstadt nicht mehr zuschauen können und in der Stadt nicht mehr kaufen. Ob Landwehrplatz, Am Franzenbrunnen, Bellevue 2.0 (wo ist eigentlich die Bellevue 1.0). Herr Bauer schreibt von einem „Grametschel Sommerhit“ und längst fälligen Baustellen. Finde ich Toll wie er seiner Parteigenossin in den Rücken fällt oder rangelt er mit Dr. Rena Wandel-Höfer?
Aber Herr Linsler ,Herr Bauer, Herr Brück, Herr Fiedler haben auch recht. Wir brauchen „urbanes Leben“ in der Stadt, auch nach unserem derzeit gestressten Leben. Wir brauchen Platz, Freiräume wo wir (Bürger und Besucher, den sogenannten Touristen) kommunizieren, entspannen, halt leben und erleben können. Wir brauchen kein Leben auf dem Parkplatz oder im Parkhaus, kein Leben in zusätzliches Hotels auf einem unterirdischen Parkplatz. Urbanes Leben kann nur stressfrei, nicht krankheitsfördernd und unkompliziert stattfinden wenn die entsprechenden Lebensräume in einer Stadt auch vorhanden sind. Oder wollen wir alle in Hotels leben und uns die grüne Lunge unserer Stadt nur noch im Fernsehen, I-Phon oder i-Pod ansehen?
Gehen Sie, ich meine alle sich angesprochenen fühlen, mal in Kirchgarten der Johanneskirche in Saarbrücken und genießen Sie. Lesen Sie z.B. den Wochenspiegel und regen Sie sich "nicht" auf was Stadtratsfraktionsmitglieder so schreiben lassen. Erleben Sie das Wohlfühlen in der Stadt. Empfehlung: Besuchen Sie dabei gleichzeitig mal die Johanneskirche.
Der Beethovenplatz würde sich hierfür geradezu anbieten den von Herrn Bauer genannten Lärm in der Innenstadt zu reduzieren und vorübergehend zu vergessen. Zudem wäre der Beethovenpatz als Grüne PARKanlage ein Verbindungsglied zwischen dem "Kaiserviertel", dem auch schon die Mieter davonlaufen, und dem NEUEN, noch nicht in Angriff genommenen Mühlenviertel (Info: Bereich altes Stadtbad), und gleichzeitig ein Verweilplatz oder auch "Parkplatz" der noch in der Innenstadt hektisch lebenden Menschen.
Das vieles in unserer Stadt langsam oder schleppend vorangeht, halt saarländisch, liegt auch hier an der finanziellen Situation der Stadt und der teilweisen sehr schlechten innerstädtisch Koordination. So dümpelt praktisch eine 28 Millionen Investition seit mehreren Jahren neben der rechten Saarseite vor sich hin. Verschlingt ohne gesellschaftlichen Nutzen Geld und verschlechtert die Situation der ohnehin schon gebeutelten Gewerbetreibenden. Da stimmt doch etwas nicht, wenn man im Vorfeld sagt „bauliche Maßnahmen der Stadt reichen allein nicht aus, um aus dem CityQuartier an der Saar einen Gewinner zu machen“ oder „Saarbrückens Modell ist die Berliner Promenade. Hier möchte die Stadt es schaffen, gemeinsam mit Ihnen, den privaten Eigentümern, Mietern, Pächtern und Gewerbetreibenden, die Promenade wiederaufzuwerten und ein dauerhaftes Quartiersmanagement in Eigenregie vorzubereiten“. Im Endeffekt bedeutet dieses Management, eine weiteren Verlust von Gewerbetreibenden in der Ebene gleich der Berliner Promenade und der Ebene unter der Berliner Promenade auf der Saar. Viele Unternehmen lassen derzeit die Finger von der Berliner Promenade. Vielleicht sollte man sie nach der Revitalisierung in „Kaiserstreet two“ umbenennen.
Ich bin zwar gleicher Meinung wie unsere, nicht nur von mir geschätzten, Bürgermeisterin Charlotte Britz: Wenn kein Geld da ist, kann auch nicht gebaut werden.
Die Aufteilung der Gesamtleistung in Teilleistungen; ein übrigens gekonnter Schachzug vor fast zwei Jahren von Frau Britz gegenüber Frau Dr. Rena Wandel.Höfer, die übrigens so ungeduldig ist. Sie will alles auf einmal bauen. Dies scheint aber nicht zu klappen. Die bisherigen, derzeitigen und ursprüngliche Projektvorgaben zur Fertigstellungvon Baumaßnahmen unterscheiden sich ja nur marginal. Was sind denn schon zwei Jahre Bauverzögerung oder was ist schon ein Meter am Bau.
Zum Beispiel:
1. Teilprojekt: Revitalisierung Berliner Promenade (immer noch im Bau)
1.1. Promenadensteg / Uferzone (im Bau) und Sanierung "Promenadensteg Fertigstellung in 2011 (das wird bestimmt 2013, wir haben den 8.August 2012)
1.2. Freitreppe zur Saar am Saarcenter Fertigstellung (ursprünglich in 2011) "Teilfertigstellung" 08-2012.
2. Teilprojekt: Erschließung untere Ebene / „Torvorhang“ Baubeginn 2011
(Torvorhang nicht bezahlbar – mangelhafte Planung oder Ausschreibung der LHS bez. der beauftragten Ingenieure?) Wird sicher nicht kommen!
3. Teilprojekt: Neugestaltung Rabbiner-Rülf Platz Baubeginn 2011- 1. Abschnitt und 2015 - 2.Abschnitt Der Bau hat im August 2012 noch nicht begonnen, aber die 200.000 € für die künstlerische Gestaltung hat man wohl schon irgendwo gebunkert. Der 2. Abschnitt kann erst nach dem Bundesbaumaßnahme „Stadtmitte am Fluss Tunnellösung“ und dessen Fertigstellung tatsächlich in Angriff genommen werden, es Bedarf der einseitigen Sperrung der WH-Brücke – ansonsten wird wieder Geld zweimal in die Handgenommen. Abhängigkeit Bundesbaumaßnahme – Autobahn. Ich rechne im Jahre 2025, wenn überhaupt.
4. Teilprojekt: Neubau Luisenbrücke, Baubeginn in Abhängigkeit Bundesbaumaßnahme-Autobahn.
5. Teilprojekt: Neubau Fußgängerbrücke am Steg, Baubeginn in Abhängigkeit Bundesbaumaßnahme
6. Teilprojekt: Neubau Fußgängerbrücke an der Musikhochschule, Baubeginn wie vor
7. Teilprojekt: Ufergasse / Am Steg - Fertigstellung 2010
(ist erledigt, hat aber einen miserablen Belag)
8. Teilprojekt: Schifferstraße, Baubeginn nach Finanzlage und Käuferfindung des ehemaligen Dreschergeländes. Das kann sich hinziehen wie die Entscheidungen zur Fertigstellung des 4. Pavillon unseres so beliebten Museums. Die Kosten mehren sich hier sehr wahrscheinlich weiter, aber das gibt es ja in Hamburg und Berlin auch, wenigstens hierin besteht keine Konkurrenz.
9. Teilprojekt: Futterstraße – Fertigstellung 2010 – Das sogenannte Kaiserviertel ist fertiggestellt.
10. Neuordnung Bahnhofstraße – Ist fertiggestellt – aber mit welchen Mitteln.
Und als 11. Projekt schlage ich vor:„Beseitigung der bis Ende der Baumaßnahmen entstandene Baumängel“ der Projekte 1 bis 10.
Da hat Herr Bauer recht. Stiller Baulärm, wenn auch in geringem Umfang, da wird nicht oder nur wenig gebaut, wird uns wohl noch Jahre oder Jahrzehnte begleiten, bis endlich das so schöne „urbane und stressfreie Leben “ in der Landeshauptstadt stattfinden kann. Die Landeshauptstadt ist halt vorrausschauend und baut für Generationen. Aber wie heißt in Saarbrücken an den Baustellen der "Saarbrigga Schaffer" so schön: Mer schaffe bis ma ferdisch sin! Passt doch, oder?
Also „Zuerscht emol gudd gess, geschafft ham mer schnell“
Dieter Reif
Projektingenieur Bau
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