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Weihnachtsmärchen "SAARLANG"

Dieter Reif
24.12.2010

WINTERMÄRCHEN Saarlang - Saartaxi

Eine Saarfahrt mit dem Taxi, die ist lustig, die ist schön, ja da kann man manche Leute………
Sehr geehrter Herr Prof. Ochs, Ideen, vor Allem neue Ideen, braucht Saarbrücken. Das ist unumstritten. Nur muss das eine mit 15.000 € gesponserten „Heimarbeit“ betreffend „Saarlang“ sein? Venedig nach Saarbrücken verlegen? Saarbrücken ist sowohl link´s als auch recht´s der Saar betreffend der Personenbeförderung (ÖPNV) sehr gut aufgestellt. Und dieser Nahverkehr wird auch in 2010/2011 berechtigterweise subventioniert. Hier werden schließlich täglich 40.000 Fahrgäste befördert. Was tatsächlich fehlt sind „Stadtteilverbindende“ Maßnahmen. Diese liegen jedoch in der Infrastrukturplanung der Landeshauptstadt Saarbrücken und nicht einer privaten Initiative die sich mit allen Mitteln politischen Rückhalt sucht. Diese Stadtteilverbindung wird weder mit einem „Saarlang“ Taxi, noch mit mehreren Brücken im Zuge des Projektes „Stadtmitte am Fluss“ einfach gelöst oder zu lösen sein. Außerdem sollten Sie, Herr Ochs, sich bewusst sein, dass Sie eine Planung auf einer Bundeswasserschifffahrtsstraße bewerkstelligen wollen. Hier ist die Landeshauptstadt Saarbrücken außen vor. Und eine Anschubfinanzierung von der hoch verschuldeten Landeshauptstadt zu erwarten ist purer Hohn gegenüber ihren eventuellen zukünftigen Fahrgästen und anderen ehrenhaften Gewerbetreibenden in Saarbrücken. Außerdem haben wir im Oberwasser der Schleuse Saarbrücken eine recht gut funktionierende Personenschifffahrt. Bei dem Projekt „Saarlang“ entstehenden von Ihnen genannte Betriebskosten in Höhe 500.000 € und bei einem genannten Fahrpreis von 1,50 € müssten im Vollbetrieb ( 7:00 Uhr bis 21:00 Uhr = 14 Stunden) pro Jahr 333.333 Gäste befördert werden. D. h. pro Tag ca. 920 Fahrgäste oder pro Stunde ca. 66 Fahrgäste. Im „Saarlang“ Betriebsabschnitt sind max. 10 km/h als Fahrgeschwindigkeit von der WSV zugelassen. Zum Beispiel: Solarboote (Fahrgastschiffe) fahren wirtschaftlich mit einer Geschwindigkeit von ca. 5 km/h, halten aber je nach Speicherkapazität 14 Stunden Fahrzeit nicht durch und müssen mittels einem Generator aufgeladen werden. Kein GRÜNER Gedanke, oder? Zur Bewältigung einer Fahrstrecke von ca. 2,0 km entsteht so eine reine Fahrzeit (zwischen St. Arnual und Haltestelle HTW) von ca. 25 Minuten. An den Haltestellen, acht Haltepunkte sind vorgesehen, entsteht ein Fahrzeitverlust von ca. 10 Minuten/Haltepunkt, also 80 Minuten. Fahrgäste dürfen erst nach dem Festmachen aus- bzw. einsteigen. (Anlegen-Festmachen-Aussteigen-Einsteigen-Losmachen-Ablegen) Hieraus resultiert eine Fahrzeit von 1 ¾ Stunden / Strecke. Ein Fußgänger bewältigt diese Strecke in ca. ½ Stunde. Jedes Boot kann diese Strecke also 4 mal hin und zurück bewältigen, somit 16 Fahrten/Tag. Bei von Ihnen angegebenen 16 Fahrgästen / Fahrt ergibt sich somit eine Fahrgastzahl von 256 / Tag. Jetzt rechnen wir 256 Fahrgäste*365 Tage* 1,5 € / Fahrgast = 140.160,-- €. Oder Sie müssten 57,5 Fahrgäste / Fahrt aufweisen um nur die Betriebskosten einfahren zu können, Ein verdoppeln der Fahrgeschwindigkeit bringt einen Fahrzeitgewinn von ca. 12 Minuten, was die Gesamtsituation auch nicht verändert. Welch eine schöne Illusion im 15 Minutentakt zu fahren! Mit wievielen Booten wollen sie dies bewerkstelligen?
Wollen Sie, Herr Prof. Ochs, die Differenz zu 500.000.--, also 360.000,-- € von der Landeshauptstadt, dem Land oder eventuell sogar vom Bund? Oder sollen diese Kosten von den Paten (Sponsoren) Ihrer Idee übernommen werden? Oder wollen Sie vielleicht die Fahrpreise auf das Vierfache erhöhen?
Aber, was ist eigenlich wenn das HSW (NN+ 186,15) wie derzeit überschritten wird. Was ist wenn im Winter die Fahrgäste ausbleiben oder der ÖPNV nicht mehr fährt und Ihnen die Fahrgäste nicht mehr bringen kann? Was ist wenn bei zwei Mann Besatzung (zwingend erforderlich) einer krankheitsbedingt ausfällt? Was passiert wenn die Mannschaft Ruhezeiten einhalten muss? Ist eine Ersatzmannschaft in die Kalkulation eingerechnet? Und was kommt als nächstes? Als Alternative vielleicht eine Kabinenseilbahn entlang des neuen Franz-Josef-Röder Boulevard mit Blick auf die Saar von St. Arnual bis zur HTW? Diese könnte dann bis zur Saarmesse und dem DFG verlängert werden. Übrigens eine kostenlose Studie von Herrn Peter Mechenbier-Saarbrücken.
Ein Taxibetrieb auf der Saar zur Entlastung des ÖPNV! Mich würde das 150 seitige Gutachten mal Interessieren und wer da „Saarlang“ schön gerechnet hat und wieso Politiker wie , Herr Latz, Hr.Strobel, Hr.Mörsdorf in das gleiche Horn blasen. Oder ist es eventuell nur ein Wintermärchen?
Herr Ulrich Stopp und seine Vereinskollegen von „Für Saarbrücken“ sollten auch weiterhin mit den vorhandenen Mittel wie bisher lieber in innerstädtischen Blumenschmuck und zweisprachige Erziehung in einem Saarbrücker Kindergarten investierten und ihrem „Unruhestand“ zu einem gedanklichen Ruhestand verhelfen; vielleicht auch durch eine kostenlose warme Malzeit für alle Ganztagsschulen in Saarbrücken. Hier sind die Mittel wenigstens sinnvoll verwandt worden. 15.000,-- € für eine „Nichtmachbarkeitsstudie“ auszugeben ist wirtschaftlich gesehen ein Desaster.
Man lässt Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft ausschwärmen , um hierzu die „Meinung der Bürger“ einzuholen! Sinnvolles Studium an der HTW sieht anders aus.
Zitat SZ vom 22.06.2010: Gesucht werden nicht nur ein Betreiber für die Linie, sondern auch „Paten“, die Haltestellen finanzieren und so „ihr“ Ufer und den Zugang zu „ihrem“ Stadtteil attraktiv machen. Die Vorsitzende des Saarbrücker Bürgerforums, Ulrike Donie soll wie Herr Koepenick weiternicken, so können nichts kaputt machen was andere schaffen. Und Carmen Dams, die Chefin des Saarbrücker Grünamts, sollte erst garnicht anfangen dem Projket die Türen in der Stadtverwaltung zu öffnen. Sie sollte „Ihren“ und den Haushalt der Landeshauptstadt im Auge behalten, sich nicht zu weit aus dem Fenster legen und entsprechend den Vorgaben der von mir geehrten, resoluten Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz handeln. Alle politischen Gremien der LHS sollten sich dem anschließen.
Sparen ist bei LHS Saarbrücken angesagt! Auch bei Herrn Prof. Ochs? Oder wie ist es zu verstehen das auch darum gehe "Verbündete zu finden" (Zitat SZ 09.12.2010). „Das könne z. B. ein Konzern sein, der die Anschaffung eines Bootes finanziert, das könne aber auch jeder einzelne Bürger sein, sagt Stefan Ochs. So wird auch überlegt eine Stiftung zu gründen und weil ja „Saarlang“ der Stadtentwicklung diene, soll "das Ganze auch noch gemeinnützig sein". Eine privatfinanzierte gemeinnützige Anschubfinazierung in Höhe von ca. 2.000.000,-- €. Das schlägt dem Fass den Boden aus. „Gesamtwirtschaftliches Denken“ Sparen Fehlanzeige! Wird hier nicht gefragt. Im Gegenteil, „Wir setzen uns ein Denkmal, und die Allgemeinheit zahlt. Wer ist wieder der Dumme der morgens aufsteht?
Übrigens, in Ihrem „Betriebsabschnitt Saarlang“ ist das „Festmachen/Anlegen“ von Schiffen “ linkes Saarufer“ verboten. Die Haltestellen würden in der Schifffahrtsrinne liegen. Dies wird sich auch nach „Stadtmitte am Fluß“ nicht ändern, die Saar bleibt weiterhin „Bundeswasserschifffahrtsstraße“ .

Und am Rande: Wagnis / Gewinn / Verlust sind auch noch nicht eingerechnet oder? Wie sollten nach 20 Jahren „Abschreibungsphase“ neue Boote beschafft werden? Oder werden die alten so lange gefahren bis sie neben der „Erna“ im Osthafen zu Liegen kommen. Gleiches gilt für die Kosten zur Anmietung der Wasserfläche, ca. 1.000,-- € / Jahr, und die Kosten zur Herstellung der Anleger. Pro Anleger fallen je nach Ausführung (HQ 200) zwischen 50.000,-- und 100.000 € an! Und die Kosten für die Umrüstung der Wassertaxis, zwei Motoren sind bei „Personenbeförderung“ erforderlich, sind sehr wahrscheinlich auch noch nicht eingerechnet. Kosten, Kosten, Kosten,Kosten, oder ausser Spesen nichts gewesen. Also doch ein Wintermärchen!

Saarbrücken - dem Niedergang geweiht? SZ 22.06.2010
Zitat:
„Die Stadt hat es dringend nötig, dass etwas passiert“, und „Er habe den Eindruck, dass Saarbrücken „zurzeit nur verwaltet wird“. Das einzige große, für die Stadt wichtige Projekt „Stadtmitte am Fluss“ werde nicht mit der nötigen Entschlossenheit vorangetrieben. „Wenn die Stadt aber nicht attraktiver wird, sind wir dem Niedergang geweiht“, befürchten Ulrich Stopp und seine Vereinskollegen.

Quatsch! Dem Niedergang geweiht.
Und falls es Ihnen noch nicht aufgefallen ist, Herr Prof. Ochs, in Saarbrücken tut sich was. Sie wird ständig attraktiver. Saarbrücken ist mit dem Projekt „Stadtmitte am Fluß“ gut aufgestellt und die Veränderungen in Saarbrücken sind für die Anwohner und Besucher greifbarer geworden. Frau Dr. Wandel-Hoefer bemüht sich mit der nötigen Entschlossenheit die noch zu erwartenden Veränderungen in der Landeshauptstadt in erforderlichem Umfang der Bevölkerung mitzuteilen. Das Projekt ist z. B. auf der rechten Saarseite in der Ausführungsphase und teilweise schon fertig gestellt.
1. Teilprojekt: Revitalisierung Berliner Promenade (im Bau)
1.1. Promenadensteg / Uferzone (im Bau) und Sanierung "Promenadensteg„ Fertigstellung 2011
1.2. Freitreppe zur Saar am Saarcenter Fertigstellung 2011
2. Teilprojekt: Erschließung untere Ebene / „Torvorhang“ Baubeginn 2011
3. Teilprojekt: Neugestaltung Rabbiner-Rülf Platz Baubeginn 2011/2015
4. Teilprojekt: Neubau Luisenbrücke Baubeginn in Abhängigkeit Bundesmaßnahme
5. Teilprojekt: Neubau Fußgängerbrücke am Steg Baubeginn in Abhängigkeit Bundesmaßnahme
6. Teilprojekt: Neubau Fußgängerbrücke an der Musikhochschule Baubeginn wie vor
7. Teilprojekt: Ufergasse / Am Steg - Fertigstellung 2010
8. Teilprojekt: Schifferstraße Baubeginn nach Finazlage
9. Teilprojekt: Futtestraße – Fertigstellung 2010
10. Neuordnung Bahnhofstraße
Alles sinnvolle, aber kostenintensive städtische Projekte mit Unterstützung des Landes. Dies sind keine Wintermärchen.

Dieter Reif
Projektingenieur Bau
Rathausplatz 4
66111 Saarbrücken

 
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Kommentare

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schrieb am 26.12.2010:
lieber herr reif, ihr leserbrief beweist, dass sie bis 3 zählen können - im gegensatz zu stadtverordneten.wie war es bei der saarbahn? klassenfahrten auf bürgerkosten nach freiburg und karlsruhe. die saarbrücker lehnten diese modelle ab. aber beide städte haben ein sehr gutes verkehrsnetz! sie herr reif sind wie don quichote.haben sie einmal von karajan gehört, der
ein taubes orchester dirigiert hätte.

schrieb am 25.12.2010:
Hallo Herr Reif,
genau meine Meinung. Dazu habe ich auch einen Leserbrief geschrieben, welcher hoffentlich abgedruckt wird. Der Staat mischt sich augenblicklich überall ein, teilweise ohne Fachwissen! Somit gibt es keine richtige Marktwirtschaft mehr. In der Tierwelt sterben die schwachen. Jetzt wird von der EU usw. alles, auch wenn es nichts bringt, bezuschusst. Dieses muss der Bürger, welcher ja mit den Steuergeldern das aufbringen muss, ausbaden. Wie lange noch werden wir Steuererhöhungen ohne Murren hinnehmen? Aktuell gibt es in Saarbrücken wieder Frostbedingte Schlaglöcher auf den Strassen. Bald werden wir lesen das für die Reparaturen kein Geld vorhanden ist! Aber für unnötige Freizeitprojekte von Hr. Stopp?
Vielleicht errinnert man sich daran das es in Saarbrücken seit 30 Jahren Fahrgastschiffe gibt, welche auch schon versuchen von Saarbrücken zum Weltkulturerbe oder von Güdingen zum Saarspektakel per Fahrgastschiff Personen zu befördern. Das gibt es also alles schon! Leider bisher ohne Erfolg oder Unterstützung einiger Entscheidungsträger. Im Gegenteil! Man wollte diese Fahrgastschiffe welche ja seit vielen Jahren das Stadtbild positiv bereichern und als einzigstes Unternehmen in Deutschland Grenzüberschreitend Personen nach und von Frankreich aus befördert, nicht mehr nach Erneuerung der Berliner Promenade in der Stadt liegen haben! Welcher Hohn jetzt von 2 Wassertaxen zu lesen, welche genau an der Stelle anlegen sollen wo die Fahrgastschiffe weg sollten!
Frohe Weihnachten noch und viel Spass im Schnee. Den Schiffen macht übrigens dieses Wetter nichts aus!
Günter Emmer

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