 Klicken auf's Bild = vergrößern | Ein Actionfilm von Steven Soderbergh? Das hätte man vom schöngeistigen Regisseur kaum erwartet, dessen „Ocean's“-Filme dem Mainstream bisher am nächsten kamen. Vom Plot her ist „Haywire“ (Concorde) klassische B-Ware: Eine Spezialagentin wird von ihrem Auftraggeber verraten und nimmt Rache. Nichts Neues also. Doch Soderbergh kleidet das altbekannte Gerüst kunstvoll aus: etwa mit einer fulminanten Besetzung (Michael Fassbender, Ewan McGregor, Michael Douglas). Die simple Handlung vernebelt er mit Ortswechseln und Zeitsprüngen, vor allem aber setzt er auf seine Hauptdarstellerin, die Mixed Martial Arts-Kämpferin Gina Carano. Sie lässt sie sich von den erfahreneren Kollegen nicht an die Wand spielen und ist in den Action-Szenen fast schon eine Naturgewalt. Soderbergh (und sein Stunt-Coordinator JJ Perry) inzenieren die Schlägereien knochentrocken, ohne Zeitlupe oder optischen Firlefanz.
Doch so sehr man die technische Gestaltung und die Darsteller bewundern kann: Actionfilm-Spannung kommt selten auf. „Haywire“ wirkt, ähnlich wie Soderberghs voriger Film „Contagion“, etwas kühl und distanziert inszeniert – als hätte Soderbergh gezögert, sich richtig bei den Versatzstücken des Genres zu bedienen und in die Vollen zu gehen. Das macht den Film gleichzeitig sehr interessant und etwas frustrierend.
"Haywire" ist bei Concorde erschienen. Extras: zwei handelsübliche Hintergrundberichte.
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