Billiglohnland. Wir sind doch alle selber Schuld.
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Irgendwie sind wir doch alle selber Schuld. Wir leben doch nach dem Prinzip: Hauptsache billig. Wenn jemand sein Haus streichen lässt und von den beiden Arbeitern einer ein Praktikant und der Andere nur halbtags gemeldet ist, (selbst erlebt. Staatsanwaltschaft ermittelte sogar) dann sind wir an der Förderung des Lohndumpings mit Schuld. Unser Auto fahren wir immer in die Vertragswerkstatt; für die Firma müssen wir Ausschreibungen machen. Wer am billigsten ist bekommt den Auftrag. Am besten „Ein Euro-Jobber“. Qualität ist auf Dauer billiger als billige Pfuscharbeit. Wer Hilfe im Büro benötigt bekommt vom Chef gesagt, dass er keine Sekretärin bekommt sondern eine Praktikantin. Wenn die Deutschen Kraftfahrer nicht mehr fahren können, weil sich das nicht mehr lohnt und die Arbeitszeiten unmenschlich werden, dann machen es eben die ausländische Fahrer. Es findet sich immer jemand, der es billiger macht. Wir vergeben die Aufträge; nicht die Politik. Wir sind Schuld. Nicht die Politik. Die Firmen sind Schuld, die sich gegenseitig mit Billigangeboten fertig machen. Wenn wir nicht mehr auf Billigangebote sondern auf Qualität soziale Gerechtigkeit und Service achten, gehen die Billigfirmen pleite. Meine Heizung im Haus war etwas teurer, aber von einer hier ansässigen renommierten Firma gebaut worden. Mir braucht kein Billigarbeiter im und am Haus etwas zu bauen. So viel Gewissen hab ich noch. Und Sie? Und Ihre Firma? Wer nur mit Erdnüssen bezahlt, kann nur Affen als Arbeiter beschäftigen. |
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