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Shitstorm
7 Juli 2012, 18:04

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Shitstorm.
Im Streit um Gut und Böse hat uns der Fortschritt – wer auch immer die Erfinder angetrieben und inspiriert hat – eine neue Waffe in die Hand gegeben. Das Internet. Das Schwert Exkaliebur der Neuzeit. Doch wie nutzt man dieses Schwert? Es ist im Moment so, dass wir alle den Umgang damit noch lernen müssen. Doch diese neue Waffe eröffnet uns ungeahnte Möglichkeiten. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit, kann man öffentliche Meinungen nicht so einfach auf den Index setzen und verbieten. Die neue Waffe scheint unzerstörbar zu sein. Obwohl der Kampf dagegen schon lange begonnen hat. Viele Länder versuchen das Internet zu kontrollieren, Teile zu sperren oder zu verbieten. Sie wissen alle, dass diese neue Waffe die Welt verändern kann. Sie haben Angst davor. Dass wir diese neue Waffe brauchen wie nie zuvor, zeigen die Ereignisse der letzten Zeit. In den Netzwerken wurde noch nie so viel Kommentiert und diskutiert wie in diesem Jahr.

Neulich sagte ich einem Freund, dass das Internet eines Tages die Welt verändern wird. Er war skeptisch, wünschte aber, dass ich recht behalte. Dann bestätigte sich meine Annahme im Frühjahr 2012 immer mehr. Ja, es war soweit. Im Jahr 2012 hat der Kampf begonnen. All die Jahrhunderte waren wir Opfer der Macht. Nur Ihre Meinung wurde akzeptiert und verbreitet. Andere Meinungen konnte man schnell, und mit aller Gewalt, aus der Welt schaffen. Diese Zeiten sind nun vorbei.
Man kann voneinander und miteinander lernen. In der Politik wird man schneller mit der Meinung des Volkes konfrontiert. Das Lernen voneinander und miteinander hat begonnen.

Früher demonstrierte man auf der Straße, wenn man den „Obrigen“ die Meinung des Volkes mitteilen wollte. Das hat oft nicht viel gebracht. Die Medien steuerten das Ganze mit ihrer Macht. Sie nannten die demonstrierende Bevölkerung Atomkraftgegner, Demonstranten, Studenten, Autofahrer, Mieter. Sie nannten sie so, um sie von der übrigen Bevölkerung abzugrenzen. Teile und herrsche!
Nun haben wir eine stärkere Waffe. Die Mächtigen drohen mit Bomben, und das kleine Volk reicht Blumen über die Grenze. Wir haben es gerade erlebt, mit der einfachen Bevölkerung Israels und Iran. Die kleinen Leute wollen, auf beiden Seiten, keinen Krieg. Das haben sie sich gemeinsam im Internet mitgeteilt. Da sind doch die ganzen schönen Kriegsvorstellungen der Mächtigen dahin.
Die Welt wird von verschiedenen Mächten regiert.
Dies sind religiöse Mächte und kapitalistische Mächte. Beiden kann die weltweite Information der Bevölkerung nicht gefallen.
Da muss man etwas dagegen tun. Teile und herrsche.
Einige Leute versuchen uns zuzulabern mit Datenschutzgefahren. Sie warnen uns vor Facebook und anderen Netzwerken. Soziale Netzwerke sind ein Segen für die Welt. Sie mindern die Macht der Medien. Sie mindern die Macht der Finanzwelt. Sie mindern die Macht der Politik. Menschen die besser informiert sind, über aktuelle Themen als der Durchschnittsmensch, klären im Internet andere über die genauen aktuellen Sachlagen auf. Was die Medien manchmal verschweigen, kommt eher ans Tageslicht.

Dieser Kampf muss aber auch beginnen. Denn die Ausbeuter sind längst zurück; wie Informationen der letzten Zeit zeigen. Arbeitgeber die die Facebook Zugangsdaten von Arbeitssuchenden und Angestellten wollen. Arbeitgeber die den Freundeskreis kontrollieren wollen. Arbeitgeber die Hochzeiten und Partnerschaften verhindern und kontrollieren wollen. Arbeitgeber die bestimmen wollen wo man einkauft und wann man abends schlafen geht. Die Leibeigenschaft ist nicht mehr weit entfernt. Es gibt keine Grenzen in dieser Richtung nach unten. Und sie sind längst zurück; die „Grenzenlosen Herrscher“. Viele Herrscher der Vergangenheit versuchten die Welt militärisch zu erobern. Nun versucht man es mit Geld und Macht.

Wer sind die Ausbeuter? Denken Sie an die STASI. Es kann jeder sein. Es kann ihr Nachbar sein. Es kann der eigene Schwager sein. Es kann der eigene Bruder sein. Es kann jeder sein. Es sind nicht nur die Großen. Um einen guten Job zu bekommen und auch zu behalten, sind viele Menschen bereit, ihre Seele zu verkaufen. Und sie sind auch in der Politik so.
Dank Internet, und dem hieraus folgenden gemeinsamen Lernprozess, erkennen wir sie heute eher. Wir müssen diesen Leuten mitteilen, wie tief sie gesunken sind. Denn sie haben es oftmals, im Laufe des langsamen geschichtlichen Wandels der Zeit, nicht selbst erkannt.

Es gibt nur ein Mittel, um diesem weltweiten Weg in die absolute Abhängigkeit der Gierigen zu begegnen. Es ist die Macht des Internet. Und diesem Medium können sie sich nur schwer entziehen. Sie müssen zwangsläufig mitmachen. Und da liegt unsere Hoffnung. Sagen wir den politischen Parteien, was wir von ihnen halten und, dass wir uns von Wahllügen nicht mehr beeinflussen lassen!. Schreiben wir im Internet alles, was wir an Ungerechtigkeit erlebt haben. Kein Arbeitgeber darf uns das Internet, und den Besitz eines Computers, verbieten. Sie wollen es tun, sie werden es tun und sie tun es vielerorts schon jetzt.

Die Welt wird mit Geld beherrscht, nicht mit Waffen. Und dieses Geld kann nie genug sein. Topmanager wollen immer mehr haben, und sie begründen das mit ihrer Genialität. Was ist aber mit dem Arzt, der ihnen im OP hilft und vielleicht ihr Leben rettet. Ist solch ein Mann etwa nicht genial. Was ist mit den Erfindern, Forschern, Wissenschaftlern? Sind die etwa nicht genial?
Diese Raffsucht, und die Menschen die sie verteidigen mit irrsinnigen Argumenten, muss aufhören.
Kriege müssen aufhören.
Raffgier muss aufhören.
Wegschauen muss aufhören.
Teile und herrsche muss aufhören.
Lasst uns das Internet nutzen um gemeinsam zu lernen und gemeinsam stark zu werden. Sagen wir unsere Meinung gezielt und gewählt.

Wahllos dahingesaute Kommentare stören nur diesen Fortschritt und diese Chance. Darum ist Shitstorm falsch. Es nützt niemand, wenn man schwachsinnige Beschimpfungen im Internet loslässt. Im Gegenteil. Wir erreichen nur das Gegenteil.

Mit Pöbeleien bewirkt man nur, dass Abgeordnete noch häufiger leere, nichts aussagende, Phrasen dreschen.
Sie sind nicht mehr so geschützt und unantastbar wie früher. Shitstorm wirkt sich auf die Wahlen aus. Ein falsches Wort in den Medien, kann einen Sturm auslösen. Darum werden die Politiker versuchen so etwas zu vermeiden.

Nun fragen sich die Politiker, wie sie sich vor dem Shitstorm retten können.

Wie wäre es denn einfach mal mit der Wahrheit.

Aber, wo soll man da anfangen?

Hoch lebe der künstlich erzeugte Shitstorm!
Das ist aber noch nicht das Ende des Shitstom. Auch die Medien können einen Shitstorm künstlich hervorrufen. Letztlich ausgelöst gegen den Ex-Bundespräsident Wulff. Ob er nun ein böser Bube war oder nicht; vieles war weit übertrieben und künstlich aufgehetzt. Und es hat funktioniert. Es wird auch weiter funktionieren, wenn wir Shitstorm nicht beenden und mit klaren Kommentaren antworten. Hier gilt die Weisheit: Besser einmal einen Kommentar nicht schreiben.
Wir dürfen uns halt nicht immer von den Medien steuern lassen, wenn sie es versuchen. Es ist ja nicht überall so. Gott sei Dank.

Das Internet kann die Welt verändern, wenn wir es richtig nutzen und lernen damit – und mit uns selbst – umzugehen. Die Chance ist da, nutzen wir sie!

Anonymität im Internet.
Anonyme Flugblätter mit Unterschrift???
Das Thema ist aber noch nicht beendet. Es gibt ja immer noch den Kampf gegen das Internet. Fast wären diese Meldungen an mir vorüber gegangen, weil man sie für nicht so wichtig hält. Doch, es ist eine der Wichtigsten Meldungen des Frühjahrs 2012.

Anonymität im Internet soll verboten werden.

Vorweg aber ein kleiner geschichtlicher Rückblick zu den Geschwistern Scholl. In der jüngsten Geschichte der Menschheit wurden Flugblätter verteilt, um gegen Diktatoren und deren Regime zu protestieren. Diese Flugblätter wären garantiert nicht verteilt worden, wenn man die Namen der Verteiler hätte darunter setzen müssen. Also, die Forderung auf Abschaffung der Anonymität ist ein Forderung der Ausbeuter und deren Diener.

Bald ist es so weit: In China müssen Nutzer von Sozialen Netzwerken ihre Accounts mit realem Namen betreiben, sonst werden sie zensiert. Die Chinesische Führung meint, man müsse üble Nachrede unterbinden, Pornografie bekämpfen und Wirtschaftsverbrechen verhindern.

Ja, sogar die großen US-Zeitungen wollen künftig verhindern, dass sich Leser hinter fiktiven User-Namen verstecken und entsprechende Kommentare schreiben.
Klar, sie sehen ihre Macht gefährdet. Im Internet könnte ja die Wahrheit geschrieben werden, die Sie selbst dann nicht mehr so gut steuern können.

Auch bei uns will man die Anonymität im Internet bekämpfen.

Randi Zuckerberg, Marketing-Chefin von Facebook, fordert die Abschaffung der Anonymität im Internet. Sie meint, Menschen würden sich besser benehmen, wenn sie ihre wahre Identität preisgeben müssten. Hinter der Anonymität würden sie sagen was sie wollen.

Ja klar: darum geht es ja gerade, Frau Zuckerberg. „Sagen was immer sie wollen“.

Es ist sicher ärgerlich, wenn anonym Leute beleidigt und gemobbt werden. Aber die Anonymität im Internet zu erhalten ist wichtig. In Zeiten von Ausbeutung durch Arbeitgeber, und Maßnahmen die tief in das Privatleben der Angestellten eingreifen, ist Anonymität im Internet eine Waffe, die wir nie verlieren dürfen. Alles hat zwei Seiten. Wir können auch nicht das Internet abschaffen, weil es dort viele Betrüger gibt.

Es ist doch klar, dass die wirtschaftlich gesteuerte Regierung die totale Kontrolle des Internet, und deren User, befürwortet. Viele Angestellte würden sicherheitshalber gar keinen Kommentar mehr abgeben wenn sie ihren realen Namen bekannt geben müssten, weil ihnen das im Beruf schaden würde. Anonym kann man wieder Flugblätter verteilen. Und in unserer Zeit der Ausbeutung, haben viele Leute allen Grund dazu.

Es gibt sogar schon Gerichtsurteile für den Erhalt der Anonymität.

Es ist ein großer Vorteil des Internets, dass man in aller Deutlichkeit seine Meinung sagen kann ohne Fürchten zu müssen seine Arbeitsstelle zu verlieren.

Es gibt natürlich Grenzen die man nicht überschreiten darf - aber es gibt auch die Redefreiheit und die Freiheit des geschriebenen Wortes.

Wir leben wieder in einer Zeit der Abhängigkeit. Wenn der Chef ein CDU-Mann ist, und man sich im Internet kritisch zur Politik oder einzelnen Themen äußert, kann man demnächst seinen Hut nehmen. Darum ist Anonymität wichtig. Sie war immer wichtig und wird immer wichtig bleiben.

Anonyme User, die nur dumme Kommentare schreiben und Leute belästigen, sollten natürlich entsprechend bekämpft und gemieden werden. Für solche Vollpfosten haben wir in unserer Zeit, mit unseren Kämpfen, keinen Platz.

Wenn die Anonymität im Internet aufgehoben wird, ist das ein Rückschlag und eine verlorene Schlacht, die die Gerechten zum Rückzug und zur neuen Formation zwingt. Der Kampf geht weiter.

Shitstorm schadet uns also mehr als es nutzt. Intelligente Kommentare hingegen können viel bewirken.

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