Man hört immer die Aussage, dass Soldaten wissen worauf sie sich einlassen, wenn sie sich freiwillig melden. Zu diesen schnellen unüberlegten Gedanken, und zu Auslandseinsätzen, nun ein paar Worte. Sind Kriegsdienstverweigerer oder „Nicht eiberufene Männer“ Drückeberger? Sind Soldaten Mörder? Niemand darf gegen sein Gewissen zum Dienst mit der Waffe gezwungen werden. Aber mit dem Gewissen ist das so eine Sache. Können es Kriegsdienstverweigerer mit ihrem Gewissen vereinbaren wenn ihr Land überfallen wird, wenn die Frauen vergewaltigt und harmlose Bürger ausgeplündert werden? Den Dienst mit der Waffe verweigern heißt, zusehen wie großes Unrecht geschieht. Wir leben in einer Welt in der wir unser Leben manchmal verteidigen müssen. Brauchen wir also Mörder die unser Leben schützen? Manchmal geht es nicht ohne Gewalt. Das lehrt uns jedenfalls die Geschichte. Müssen wir selbst bereit sein zu morden um zu überleben? Wenn wir nicht bereit sind unser Land und die Bevölkerung vor Invasoren zu schützen, werden wir dann nicht zu Mittätern? "Du sollst nicht töten", so steht es in der Bibel. Aber wer streng nach diesen Gesetzen lebte, hatte nichts zu lachen in unserer Welt. Wer hält wirklich die andere Wange hin wenn er geschlagen wird. Es mag eine Zeit des Friedens geben und es gibt eine Zeit des Kampfes. Aber man muss auch wissen wann Schluss ist mit dem töten. Der Mensch hat zu wenig Respekt vor dem Leben. Wer jedoch Respekt vorm Leben hat, muss manchmal bereit sein das Leben unserer Mitmenschen zu schützen; und das geht nicht immer ohne Waffe in der Hand. Aber was ist eigentlich ein Soldat? Es gibt so viele Soldaten auf der Welt. Die kann man nicht alle über einen Kamm scheren. Viele davon sind wirklich Mörder und sie morden gerne. Andere wollen das Vaterland beschützen. Viele Soldaten sind (oder waren) blinde Fanatiker. Andere fühlen sich nur verheizt und würden am liebsten das Weite suchen. Aber alle müssen töten um nicht getötet zu werden. Soldaten dürfen nicht weglaufen. Soldaten dürfen nicht nachdenken. Soldaten dürfen keine Angst haben. Soldaten werden nur gebraucht, weil das Gewehr nicht alleine auf den Feind schießen kann. Sie werden behandelt wie seelenlose Androiden. Unzählige Soldaten sind in der Geschichte der Menschheit schlichtweg verheizt worden. Ich bin keine gewissenlose Maschine der man eine Waffe in die Hand drückt und Befehle erteilt. In einer Zeit, in der auch deutsche Soldaten weltweit in Krisengebiete eingesetzt werden, stellt sich mir die Frage, ob man das "Soldat sein" nicht völlig neu überdenken müsste. Auch Soldaten sind Menschen und NICHT NUR zum sterben da.
Soldaten sollten ihr Vaterland verteidigen. Dann ist es auch kein Problem Soldat zu sein. Heute sind Soldaten nur Bauernfiguren auf dem Schachbrett der Welt.
In jedem Krieg gibt es zivilisierte Menschen, die lieber Fußball miteinander spielen würden, als aufeinander zu schießen.
Kyan, Chotoku. (1870 - 1945) Karate-Okinawa-Te Meister sagte einmal:
Die Kampfkunst ist dazu gedacht, Gewalt zu beseitigen, Ärger zu vermeiden und sich im Notfall zu schützen. Deshalb müssen sich alle Kampfkunst übenden eine Haltung der Bescheidenheit und Zurückhaltung angewöhnen und sich mit einem Geist der Loyalität und Hingabe gegenüber ihrer Kunst und ihrer Gemeinschaft erziehen.
Manchmal muss man kämpfen, das wussten schon die alten Shaolinmönche. Aber man muss auch wissen, wenn ein Krieg nicht heilig ist. Nur all zu oft schreien Fanatiker oder Machthaber nach dem heiligen Krieg, um das Volk zu manipulieren. So kann man in den Köpfen der Gläubigen ungeahnte Kräfte wecken. Das wusste schon Kaiser Konstantin.
Somit ist der Dienst an der Waffe immer eine Gewissensfrage; sofern man ein Gewissen hat. Wenn man morden soll, ist Verstand und Gewissen eher hinderlich. Etwas anderes ist es, wenn man sein Land verteidigt. Aber leider sehen unsere Politiker hier keinen Unterschied mehr