Sind Sie mit Ihrem Unternehmen im Netz aktiv? Alle möchten dabei sein; besonders bei kleinen und mittleren Firmen sehe ich eine weitere Aufgabe, die gerne der Assistentin übertragen wird. Als Allrounderin und zentrale Ansprechpartnerin eines Unternehmens, weiß sie, wo und wie die Kunden angesprochen werden müssen.
Die Bezeichnung ‚Soziale Medien' (auf Deutsch) wird wie folgt definiert: Social Media ist lt. Wikipedia ein Schlagwort mit dem Webdienste und Plattformen zum gegenseitigen Austausch von Meinungen, Eindrücken und Erfahrungen beschrieben werden. Als Kommunikationsmittel wird dabei Text, Bild, Audio oder Video verwendet. Populäre Medien sind dabei Internetforen, Mailinglisten, Weblogs, Podcasting, Vlogs, Wikis, und Social-Bookmarking-Dienste.
Social Media ist also Austausch und Kommunikation im Netz. Eine Ebene, die der Werbung und des Image-Aufbaus dienen, Mehraufträge generieren sowie den Bekanntheitsgrad steigern soll.
Zumindest wird es so in der Business-Welt verstanden, nicht wahr?
Im Ablauf eines Büro-Alltages ist die Integrierung der Nutzung der Plattfomen ein Zeitaufwand, der gut überlegt und durchdacht sein sollte.
Wie so oft wird angeordnet: „Machen Sie das mal, da brauchen wir doch keine Profis“.
Ja, meistens wird zuerst mit vorhandenen (Personal)-Ressourcen gearbeitet; wenn keine Marketing-Abteilung zur Verfügung steht, werden EDV-Fachleute hinzugezogen, wenn sie es nicht machen, ist die Chefsekretärin gefragt oder der Chef macht es gar selbst. Ist es bei Ihnen auch so?
Und leider wird in der Chefetage die Kosten-/Nutzenanalyse oft nicht wirklich durchgeführt. Die Statistiken im Netz zeigen doch wahrlich genug und so gross ist die Investition doch nicht!?
Wie fit sind die Personen, die Sie in Ihrem Unternehmen für das ‚Netzwerken‘ im Sinne der Firma einsetzen?
Es geht um Ihren Auftritt, Ihren Ruf, also Ihr Image!
Wie geschult, stylsicher und unternehmerisch denkend und fachlich effizient sind die eingesetzten Personen? Wie viel Zeit können Sie für diese Sache aufwenden?
Sensibilisieren Sie sich und Ihre Mitarbeiter/innen genug, um den „Fallen“ dieses Netzes zu entgehen und machen Sie den tatsächlichen Nutzen für Ihr Unternehmen wirklich sichtbar?
Innerhalb meiner Coachings mit Führungskräften und mit Assistentinnen erfahre ich, dass große Unsicherheiten bestehen und dennoch fleißig mitgemacht wird. „Da muss ‚Firma‘ doch dabei sein, um innovativ und zukunftsorientiert auftreten zu können“.
Ganz oft folgt daraus eine unglaubliche „Zeit- und Energieverschwendung“. Das Hauptziel der meisten Unternehmen – nämlich mehr Umsatz zu generieren - rutscht sogar bei einigen in der Prioritätenliste nach unten.
Warum? Weil doch im ‚Social-Media-Knigge‘ steht, dass Eigenwerbung ein Fehler ist! Nur über Empfehlungsmarketing kann der Markt erobert werden. Somit wird das erste Ziel: Firmen/Menschen finden (die dafür Geld bekommen), die das Unternehmen weiter empfehlen sollen.
Geschichten solle man erzählen und Filme herausbringen; nur das hebe den Wert des Unternehmens; Referenzen (die Erfolg suggerieren) seien ein Muss. Nur das mache glaubwürdig. Wie glaubwürdig schätzen Sie diese Werbetechniken im Netz tatsächlich ein? Sie lassen sehr viel Spielraum für – milde ausgedrückt – Schummeleien, nicht wahr?! Und trotzdem machen wir alle fleißig mit, denn viele sagen sich: “Das ist halt das Spiel des Erfolgs”… die Hoffnung stirbt zuletzt.
Wenn so viele mitmachen, warum hält sich dann hartnäckig die Einstellung, dass so vieles doch gelogen ist?!
Wie erleben Sie Social Media mit Ihrem Unternehmen? Wie war/ist Ihre klassische Werbung aufgebaut? Erinnern Sie sich daran bzw. schauen Sie sie sich einmal genauer an! In der Broschüre etc. wird das eigene Unternehmen, das Produkt vorgestellt, nicht wahr?!
Wer hat denn Ihrer Meinung nach den finanziellen Nutzen, wenn in den Foren die Eigenwerbung nicht Knigge-Like ist?! …Oder sollte das nur diejenigen stoppen, die täglich 50 Mal posten, Mails und Newsletter verschicken und nicht merken, dass sie einfach nur nerven?!
Wenn Sie Social Media-Aufgaben an das Sekretariat, die Assistenz oder andere Mitarbeiter/innen delegieren, ist mein Rat an Sie, darauf zu achten, dass Sie eine Leitlinie haben für das, was und wie geschrieben wird!
Achten Sie darauf, dass Ihre Einträge der Strategie Ihres Unternehmens und Ihrem Image-Wunsch entsprechen, nicht dem der anderen!
Wenn Blogs und Newsletter selbst geschrieben werden, schicken Sie Ihre Assistenz doch vorher einmal zu einem Seminar oder zu einem Coaching, in welchem sie Texten lernt und prüfen Sie die Grenzen der Themen; nicht zu vergessen, die zeitliche Grenze für die Tätigkeiten im Netz!
Die Kommunikation über das Netz: Ein Trend, der nicht mehr zu stoppen ist. Wenn er gut genutzt wird, kann er sehr erfolgreich machen – je nach Branche! Unternehmen sollten sich genau überlegen, mit wem und für welchen Zeitrahmen das Netz „besetzt“ werden soll. Das ist - meines Erachtens -, genau zu definieren!
Denn, dass dieser Trend für Menschen, die auf der Suche nach Unterhaltung, Geborgenheit, Anerkennung und Liebe, psychologische Gefahren birgt, ist inzwischen bekannt, wird aber dennoch stark verdrängt und verharmlost. Welche Konsequenzen das im “Büroleben” nach sich zieht wird noch gar nicht beziffert.
Immer mehr Menschen sind einsam und fühlen sich ausgelaugt. Im Netz finden Sie vermeintlichen Schutz und Gehör für ihre Themen. Gleichzeitig steigt der Leistungsdruck, denn auch hier werden die To-Do’s und Not-To-Do’s ganz hoch gehalten. Was passiert mit der täglichen Arbeit? Die Netzwerke als Stressfaktor; Social Media ist ein neuzeitliches Mittel, das zur Droge werden kann. Nun werden Sie sagen: „So vieles andere ja auch…“. Stimmt!
Es ist besonders verlockend, denn die gesundheitlichen oder psychischen Schäden, inklusive des Verlustes der Sozialkompetenz, sind am Anfang nicht sichtbar. Die Cyberzeit ist Theater, Oper, Musical und Show-Bühne für jeden Menschen zugleich! Ein Erlebnis, das uns gut tut. Ist es real? Parallel dazu suchen wir fast schon verzweifelt Ehrlichkeit, Offenheit, Bodenständigkeit und innere Werte. Auf den Boden der Tatsachen im Alltag zurück gebracht, trifft uns die Sinnlosigkeit dann umso härter! Burn Out durchs Netzwerken?!
Sinnhaftigkeit ist und bleibt ein Thema, das uns Menschen beschäftigt – im Berufsleben genauso wie im Privatleben. Warum trennen wir beides oft so penibel genau? Es ist EIN Leben!
Ich gestehe, ich habe meine Freude hier im Netz! Sie auch? Dann weiter so! Ob es uns allen den gewünschten beruflichen und finanziellen Erfolg, die Anerkennung und die Zufriedenheit bringt und wie viel Zeit wir darin verbringen, sollten wir uns ab und zu fragen :-)
Das adäquate Maß für einen selbst, für das eigene Unternehmen ist einmal mehr der Schlüssel.
Strahlende Grüße und bleiben Sie sich selbst auch treu!
Ihre
Noura Ben Hassine
P.S.: Kontakte kann man kaufen – zu Tausenden-, ganz (in)offiziell, damit die Reichweite auch innerhalb von Tagen auf ein möglichst großes Publikum übergreift. Zumindest hält sich dieses Gerücht (habe es noch nicht überprüft) hartnäckig. Nun, wenn ich 10 000 Kontakte habe und jeder trägt nur 1 x am Tag etwas ein, dann sind das 10 000 Posts pro Tag. Glauben Sie wirklich, dass gerade Ihre Werbung, allen 10 000 Kontakten auffällt, so wie die Foren-Seiten aufgebaut sind?! Meine Logik setzt da ehrlich gesagt aus. Aber ich bin ja auch kein Netzprofi :-)
(Skizze von Stefan Stutz – Copyright N. Ben Hassine)