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Die neue deutsche Vertrauenskrise
1 Oktober 2010, 18:24
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Von SZ-Chefredakteur Peter Stefan Herbst
Die Kluft zwischen Regierenden und Regierten in Deutschland wird größer. Drei von unzähligen Beispielen sind die aktuellen Streitfälle um die Hartz IV-Sätze, die Laufzeiten für Atomkraftwerke oder das Großprojekt Stuttgart 21.
In allen Fällen gibt es gute Argumente für oder gegen bestimmte Entscheidungen. Sie werden aber gerade in Zeiten knapper Kassen immer komplexer und damit für Politiker schwerer zu vermitteln. Auf der anderen Seite haben viele Bürger und Unternehmen ein ausgeprägtes Besitzstandsdenken und hohe Erwartungshaltungen an den Staat. Enttäuschungen verstärken zwangsläufig Parteien- und Politikverdrossenheit. Große Unzufriedenheit, wachsende Kritik und starker Protest sind die Folgen.
Die politische Beliebigkeit hat schon in den vergangenen Jahren zu geringeren Wahlbeteiligungen, einer sinkenden Zahl der Stammwähler und abnehmenden Rückhalt in der Bevölkerung geführt. Das Ergebnis ist eine neue deutsche Vertrauenskrise. Sie trifft nicht nur Parteien, sondern auch Kirchen, Gewerkschaften und andere Säulen unserer Gesellschaft, die unter Mitgliederschwund und Ansehensverlust leiden. Kritik an ihren jeweiligen Führungen oder Entscheidungen sind in einer Demokratie nicht das Problem, sondern fehlende Unterstützung und Mitwirkung. Wer grundsätzlich gegen alles ist, steht praktisch für nichts.
Verlorenes Vertrauen muss durch klare Botschaften und intensive Kommunikation zurückgewonnen werden. Der Gerechtigkeitsfrage kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Eine weitere Entsolidarisierung ist keine Alternative.

Kommentare zu diesem Eintrag

 riesenzwerg (02.10.2010)
Nicht nur, dass es keine Alternative ist, es ist gefährlich !

In diesem Zusammenhang kann man z.B. auch mal in wikipedia lesen unter
''Extremismus der Mitte'' wobei m.E. die Definition hier nicht ganz richtig ist, weil diese sich letztendlich und seltsamerweise nur noch auf die Parteien und weniger auf das Volk bzw. die Gesellschaft bezieht.

Diese lautet: ''Demnach neigen nicht nur die rechten und die linken Ränder eines Parteiensystems zur Diktatur, sondern auch die Parteien der Mitte.''

Dies wird fatalerweise so formuliert, obwohl die Schichtungssoziologie die Reaktion des Mittelstandes (!) auf jeweilige Krisen betrachtet und hier zeitdiagnostische Analysen antidemokratischer extremistischer Bewegungen aus der Mitte der Gesellschaft (!) heraus, die Thematik sind !

Das ist aus richtig, denn das ''verlorene Vertrauen'' wirkt ja vorallem und schlußendlich in der Gesellschaft und nicht (nur) in den Parteien !