Olympische Spiele 2008 - Ein Saarländer in Peking
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Leichtathletik und der "Club" der Franzose
16 August 2008, 15:59

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Gestern stand Leichtathletik auf dem Programm. Eine überwältigende Atmosphäre erwartete die Zuschauer im National Stadium (bekannt auch als „Vogelnest“). Jedoch spielten sich gleich zu Beginn absurde Momente ab, die selbst finnische Filmregisseure besser nicht hätten in Szene setzen können: Die ukrainische Diskuswerfernin (mit sportartbedingt äußerst robuster Physiognomie) tritt in den Wurfkreis und als Kontrast dazu säuselt aus den Lautsprechern die zarte Filmmusik von „die fabelhafte Welt der Amelie“ – Herrlich! Damit der Kontraste nicht genug, es sitzt auch noch ein MAINZER neben mir! Mein Protest bei den lokalen Ordnungshütern, das dass Nebeneinandersitzen von Saarländern und Rheinland-Pfälzern bei Freizeitveranstaltungen eindeutig gegen die Genfer Konventionen verstößt blieb unbeachtet. Na gut, dachte ich, das Schicksal hat es so gewollt…Stunden später, was soll ich sagen, ausser: manchmal muss man alte Vorurteile revidieren. Ich habe mich so angeregt mit meinem Meenzer Sitznachbarn unterhalten, dass ich überhaupt nichts über die sportlichen Ergebnisse berichten kann.

Nach soviel positiven Erfahrungen beschloss ich mich an die Aufarbeitung einer weiteren freundschaftlich gepflegten Feindschaft zu machen: Ein Besuch im „Club France“, so der Name des französischen Pendants zum Deutschen Haus. In stilvollem Ambiente (zarte Blautöne überwiegen) habe ich versucht mich der Wandfarbe durch stetigen Alkoholgenuss anzunähern, um nicht allzu sehr als nüchterner Deutscher (bzw. Saarländer) aufzufallen. Ich hatte die Wahl zwischen Rotwein aus Plastikbechern und Bier aus Plastikbechern… ich entschied mich für das geringere Übel: Bier. … Zu fortgeschrittener Stunde sprach ich (in fast fließendem Deutsch) mit einem Lothringer, der allerdings nur verlegen lächelte, weil er überhaupt kein Deutsch verstand. Auf seine versuche mir das mitzuteilen, antwortete ich abwechselnd mit exzellent artikuliertem „Qui!“ oder“ Non!“

Ach, es ist doch schön, wenn man sich so gut mit seinen Nachbarn versteht ohne sich wirklich zu verstehen.

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