 Klicken auf's Bild = vergrößern | Bundesparteitag nimmt Antrag der CDU Saar an
Stuttgart. Auf Antrag der CDU Saar hat der Bundesparteitag der CDU Deutschlands beschlossen, dass die Deutsche Sprache als Amtssprache im Grundgesetz der Bundesrepublik verankert werden soll. Die entsprechende Passage soll lauten: Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch.
Bravo! Andere Probleme hat die CDU Saar zur Zeit nicht?
Wem es ernst ist mit der Förderung der deutschen Sprache als Kulturgut, der investiert mehr Geld in unsere Schulen und macht sich ein paar kluge Gedanken, wie man den Deutschunterricht verbessern kann.
Hier wird, ähnlich wie mit der Diskussion um das Rauchverbot, wieder ein völlig überflüssiges Fass aufgemacht, das von den schnöden Realitäten ablenken soll.
Ach so: genauso überflüssig sind auch die diversen Kommentare zu diesem Thema, eine Aufnahme der deutschen Sprache ins GG stelle eine Diskriminierung von irgendjemandem dar.
Die Forderung der CDU Saar ist keine Diskriminierung, sondern schlicht und einfach:
Heiße Luft |
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Kommentare zu diesem Eintrag
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(03.12.2008)
@f*b*i, verteufelte ich einmal die große Koalition, sehe ich sie heute als die, derzeit, noch einzig funktionierende. So eine gr. Koalition betrachte ich irgendwie ein wenig „diktaturmäßig“, weil eine Opposition zu schwach scheint…..
(03.12.2008)
Linguistische Sittenstrolche. Herje, herje. Begriffsebene. Himmel noch mal.
Manchmal ist es echt bitchig. Lockert mal ab und macht nen Kreis.
Scheener Beidrahch ät- magretche ;-)
(03.12.2008)
Jo, und soviel Fremdwörter, (Fremd- Wörter!) lateinischen und grieschichen Ursprungs brauch auch kein Mensch. Meisten verstecken sich diese „Fachleutz“ hinter ihrem Terminus ;-)
Gelle @riesenzwerg ;-) Verlotterung der Sprache auf "hohem Niveau".....
(03.12.2008)
Rettet dem Deutsch!
http://www.meinsol.de/blog/show.phtml?cbID=28532
(03.12.2008)
@f*b*i, eine SPD ist dem jetzigen Zustand auch nicht unbedingt wählbar. Eigentlich ist es keine Partei, wie ich finde. Unser Land scheint in einem desolaten Zustand. Politisch gesehen.
@cklein, „volume“ für ein LW. Seit Jahren meine Lieblingsbezeichnung ;-)
Oh, sorry – LW = Laufwerk
d-lite (03.12.2008)
cklein:
100% Zustimmung. Jedes weitere Wort dazu erscheint mir da überflüssig.
cklein (03.12.2008)
@tanzbär
Bitte auch nicht "Weltnetz" und "E-Post" ;-)
"Rechner" statt "Computer" benutze ich selbst und "Device" hat sich interessanterweise für Laufwerk nie durchgesetzt.
Vielleicht sollte man Werbebegriffe auch nicht überbewerten. Nicht alles findet (glücklicherweise) Einzug in die Alltagssprache. Ich finde die Herangehensweise von Bastian Sick, das ganze mit mehr Humor zu betrachten, nicht schlecht.
tanzbär66 (03.12.2008)
@cklein, @RZ, Kappes
Kultur bewahren, das unterstütze ich als "praktizierender Traditionalist" auf jeden Fall. Was ich damit nicht meine, ist rückwärtsgerichtete Deutschtümelei. Kein Mensch soll statt "Microsoft Powerpoint" "Kleinweich-Kraftpunkt" sagen.
Wenn ich aber die aus welchen Gründen auch immer fortschreitende Zerstörung meiner Sprache gerade durch Reklame- Medien- und Wirtschaftsleute sehe, dann dreht sich mir einfach der Magen um. Wenn ich mittlerweile ein Wörterbuch brauche um ein Aldiprospekt zu lesen, geht das zu weit.
Nur weil diese ihren Mangel an Bildung und sprachlicher Ausdrucksfähigkeit durch die oftmals auch noch fehlerhafte Wahl eines englischen Begriffes vertuschen wollen, müssen ja nicht alle anderen wie die Lemminge diesem Beispiel folgen.
@inkubus:
ich würde das hiesige "linksaustreiben" nicht gleich mit "rechtslastig" titulieren. Und umgekehrt natürlich auch. Meiner Ansicht nach ist auf diesem Portal sehr viel Trotzreaktion drin, von beiden Seiten. Was dann leider oft in Schwarz-Weiß-Malerei ausartet.
Es ist doch so: Wenn hier mal weiterdiskutiert wird merkt man nicht selten, daß die Leute oft garnicht soweit auseinander denken.
inkubus666 (03.12.2008)
rz : nee, nicht was linkst NICHT MAG ist rechts... aber was linkst mit ALLER GEWALT
austreiben will, hat zumidestens ne ziemlich rechte seitenlage...
du solltest doch eigentlich wissen, dass ich selbst der mitte-links angehöre (derzeit also
ohne politische heimat bin), aber sobald eine "linke hexenjagd" veranstaltet wird, beziehe
ich stellung... und "braunes gedankengut" bedingt nicht unbedingt eine nazi-zugehörigkeit...
dank cdu/csu ist nicht mehr nur die haselnuss schwarzbraun...
ja, dichter und denker... aber auch richter und henker.. wir deutschen können beides ziemlich
perfekt und leider kann man sich sein erbe nicht aussuchen, daher können wir uns auch nicht
die "kulturellen rosinchen" rauspicken... zumal da auch ne grosse gefahr drin liegt : goethe ist
kultur, aber oswald kolle z.b. nicht ? nur mal als beispiel...
cklein (03.12.2008)
Stimmt. Das meiste hab ich immer ganz gut verstehen können :-)
(03.12.2008)
naja, soviel unterschiede zwischen dem saarlaendischen und dem hollaendischen gibt's eigentlich gar ned...................
cklein (03.12.2008)
@riesenzwerg
Ja. Bevor man sich entschließt, die deutsche Kultur zu bewahren, sollte man sich vielleicht einmal im Ansatz darauf verständigen, was ihren Wesenskern ausmacht.
Ich mache es mal an der politischen Kultur fst, weil ich mich damit am stärksten beschäftigt habe:
Sehen wir uns eher in der Tradition von Kant und den Aufklärern? Oder den badischen Revolutionären? Oder den preußischen Reformern?
cklein (03.12.2008)
@kappes
Solange sie ihren Saumage zuhause lassen, können die ruhig komen.
ich wäre übrigens dafür, viel mehr Wörter aus de Niederländischen zu übernehmen. Bromfietsen für Motorräder finde ich z.B. einfach genial :-)
riesenzwerg (03.12.2008)
@cklein : ich will ja nicht alles bewahren und auch will ich nichts einer natürlichen Entwicklung entziehen.....
Was ich als kulturellen Blütestand betrachte und als schützenswertes Kulturgut sehe ?
Eine gute Frage !
Aber um die Beantwortung dieser Frage durch Einzelne geht es auch nicht .
Wir wären aber schonmal ein gutes Stück weiter, wenn die Öffentlichkeit sich endlich diese Frage stellt !
cklein (03.12.2008)
in diesem Punkt stimme ich Dir zu. Es gibt zu wenig Debatten mit Niveau über dieses Thema. Künster und Kulturschaffende diskutieren heute eher über Randthemen wie das Rauchverbot oder die Rechtschreibreform als über zentrale fragen.
riesenzwerg (03.12.2008)
Und ich fürchte, angesichts der Affinität der Bevölkerung, eher den politischen Instrumentalisierungsphrasen Aufmerksamkeit zu schenken, gibt es kaum noch Raum für echte Kulturdebatten...........
cklein (03.12.2008)
@riesenzwerg
Gemessen an welchem Stand der Kultur konstatierst Du denn den Fall derselben? Wann war für Dich die Blütezeit, nach der es abwärts ging?
Versteh mich nicht falsch: Ich begrüße auch nicht alle kulturellen Entwicklungen der Gegenwart.
Letztlich sehe ich aber nicht den großen Niedergang bewahrenswerten Kulturerbes. Vieles ist lebendiger, als wir das wahrnehmen. Und nicht alles, was verloren geht, war wirklich bewahrenswert.
(03.12.2008)
du hast visumpflicht fuer paelzer vergessen !
cklein (03.12.2008)
Kleiner Tipp an die Wahlkämpfer:
Das Saarland hat übrigens auch eine Landesverfassung.
Da lassen sich auch noch viele schöne Sachen 'reinschreiben:
Saarländisch als Amtssprache
Schutz des saarländischen Volksfestes als zu bewahrendes Kulturgut
Reinheitsgebot für den saarländischen Schwenker
Ausschankverbot für Bier aus dem Reich
...
riesenzwerg (03.12.2008)
Ja richtig @cklein, aber die Vergänglichkeit, egal welcher reduktionistischer Lehren, ändert ja nix an dem jeweiligen Kulturverfall der parallel voranschreitet..
Ich bin da auch im Fortgang, nach dem Niedergang einer jeden kulturschädlichen Epoche pessimistisch !
Denn die Historie zeigt uns, dass eine Ordnung bzw. eine ''Lehre'' die andere stets ablöste. Und es war zum einen immer schwierig das kulturelle Erbe der Vorepoche in die Neue ''hinüberzuretten'' und zum anderen war es noch schwieriger diese ''Kulturreste'' positiv fortzuentwickeln........
(03.12.2008)
cklein dscha wie Kai Ruhsert der NachDenkSeiten schon schrieb:
Niemand soll behaupten dürfen, wir würden es ignorieren, wenn Angela Merkel mal etwas Richtiges sagt. :))
(03.12.2008)
Opportunismus kennt eben keine Grenzen ,-)
Hier gehts um den saarländischen MP Müller..
cklein (03.12.2008)
Wenn das mal keine Schlagzeile wert ist:
+++Breaking News+++
margarethe! stellt sich hinter Angela Merkel
;-)
(03.12.2008)
Aus Hinweise des Tages unter--> Punkt 10
der http://www.nachdenkseiten.de/?p=3626#more-3626
Spiegel Artikel mit unseren Anmerkungen dazu:
Merkel bedauert CDU-Beschluss zu deutscher Sprache
Dieser Parteitagsbeschluss missfällt der Parteichefin: Die CDU will ein Bekenntnis zur deutschen Sprache ins Grundgesetz aufnehmen lassen. SPD und Grüne protestieren, die Türkische Gemeinde reagiert mit Unverständnis - ebenso wie Angela Merkel
hier Lesen: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,594056,00.html
++++++
Anmerkung Margarethe Gorges:
Als Saarländerin schreibe ich es auf saarländisch- ist ja auch halbwegs deutsch, oder Herr Müller?! Für Sie kam ma sich nur noch in Grund unn Boddem schäme - bei so nem dumme Gelaaber - Geeeh Fortt!
Anmerkung Kai Ruhsert :
Niemand soll behaupten dürfen, wir würden es ignorieren, wenn Angela Merkel mal etwas Richtiges sagt.
(03.12.2008)
Ist doch ein schönes,altes und durch und durch deutsches Wort @riesenzwerg *bg*
So traditionsreich wie ich finde...
cklein (03.12.2008)
@Riesenzwerg
Ob das "Diktat des Neoliberalismus" von Dauer ist, halte ich noch nicht für ausgemacht. Es gibt ja auch starke Gegentendenzen. Sprachlich gesehen hat der Neoliberalimsus eher Moden produziert, die ja bekanntlich vergänglich sind. "Downsizing" hat sich in der Alltagssprache z.B. gegenüber Arbeitsplatzabbau nicht durchgesetzt
riesenzwerg (03.12.2008)
@carpos : Super ! Die Reichsmark in irgendeiner Art und Weise mit der ''deutschen Sprache'' zu vergleichen ist wohl das ''intellektuelle Meisterwerk'' schlechthin :-)
(03.12.2008)
Sers Leutz die Comments sind echt übelst geil! Phatte Einblicke…
@cklein...Ja, wenn stellenweise im Dauerton danach gerufen wird ;-)
cklein (03.12.2008)
@carpos
Du bist auch immer für eine treffsichere Provo zu haben *g*
riesenzwerg (03.12.2008)
@cklein : Ehrlich gesagt, meine Meinung stell ich hinsichtlich der systematischen Unterwanderungskräfte zurück, da ich hierbei dazu neige anthropologie grundsätze zu missachten. Insbesondere die angestrebte Weltherrschaft des Islam ist da nur ein Aspekt, über den ich nicht gern rede.
Systematische Kräfte sind z.B. neoliberale,turbokapitalistische, rechtsradikale und kommunistische ''Lehren '', mit denen die Bevölkerung permanent beschossen und ideologisch gespalten wird. Diese Spaltung steht allen Grundsätzen einer demokratischen Gesellschaftsordnung entgegen und tötet die Entwicklung jeglichen Kulturgutes ab.
Unsystematische Kräfte gibt es auch allerhand, das ist richtig.............
fletcher2 (03.12.2008)
Verwaltungsverfahrensgesetz (Bund)
§ 23
Amtssprache
(1) Die Amtssprache ist deutsch.
(2) Werden bei einer Behörde in einer fremden Sprache Anträge gestellt oder Eingaben, Belege, Urkunden oder sonstige Dokumente vorgelegt, soll die Behörde unverzüglich die Vorlage einer Übersetzung verlangen. In begründeten Fällen kann die Vorlage einer beglaubigten oder von einem öffentlich bestellten oder beeidigten Dolmetscher oder Übersetzer angefertigten Übersetzung verlangt werden. Wird die verlangte Übersetzung nicht unverzüglich vorgelegt, so kann die Behörde auf Kosten des Beteiligten selbst eine Übersetzung beschaffen. Hat die Behörde Dolmetscher oder Übersetzer herangezogen, erhalten diese in entsprechender Anwendung des Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetzes eine Vergütung.
(3) Soll durch eine Anzeige, einen Antrag oder die Abgabe einer Willenserklärung eine Frist in Lauf gesetzt werden, innerhalb deren die Behörde in einer bestimmten Weise tätig werden muss, und gehen diese in einer fremden Sprache ein, so beginnt der Lauf der Frist erst mit dem Zeitpunkt, in dem der Behörde eine Übersetzung vorliegt.
(4) Soll durch eine Anzeige, einen Antrag oder eine Willenserklärung, die in fremder Sprache eingehen, zugunsten eines Beteiligten eine Frist gegenüber der Behörde gewahrt, ein öffentlich-rechtlicher Anspruch geltend gemacht oder eine Leistung begehrt werden, so gelten die Anzeige, der Antrag oder die Willenserklärung als zum Zeitpunkt des Eingangs bei der Behörde abgegeben, wenn auf Verlangen der Behörde innerhalb einer von dieser zu setzenden angemessenen Frist eine Übersetzung vorgelegt wird. Andernfalls ist der Zeitpunkt des Eingangs der Übersetzung maßgebend, soweit sich nicht aus zwischenstaatlichen Vereinbarungen etwas anderes ergibt. Auf diese Rechtsfolge ist bei der Fristsetzung hinzuweisen.
Quelle: http://dejure.org/gesetze/BVwVfG/23.html
/>
Das reicht doch vollkommen!
(03.12.2008)
warum darüber reden??? sollen die doch erst mal die sozialhilfeanträge nur noch auf deutsch drucken und nicht wie momentan auf türkisch und was weiss ich noch in welchen sprachen diesen sozialschmarotzern das abzocken erleichtert wird ! wer in diesem land kein deutsch kann, muss es lernen, denn sonst wird er nie arbeit finden und immer nur anderen auf der tasche liegen ohne je auch nur einen cent eingezahlt zu haben.....in frankreich gibt es alle staatlichen formulare ausschliesslich auf französisch und das ist auch normal....also da macht sich keiner nen kopp, ob da irgendein ausländer was nicht versteht.....und das ist auch normal und hat mit rassismus nichts zu tun!!"
(03.12.2008)
Werte und Sitte sind eben ausgelutscht. Glattgeleckt. Da wird es auch mal Zeit für Abwechslung. Und sei es in der „Umbildung“ von Sprache. Mir klar, das diejenigen welche starr an Normen halten, „Ihre“ Wertvorstellungen in einem Gesetz verankert sehen wollen.
Welch altmodischer Schwachsinn….
Sprache befindet sich wie das Klima in einem stetigen Wandel. Die Reichsmark wurde auch abgeschafft.
cklein (03.12.2008)
@riesenzwerg
Mich würde mal interessieren, wer deiner Meinung nach hinter dieser systematischen Unterwanderung steckt.
Ich empfinde diese Unterwanderung (zumindest innerhalb der Industriestaaten) eher als völlig unsystematisch und vor allem: auf Gegenseitigkeit beruhend.
Wer genauer hinsieht, wird feststellen, daß sich die deutsche Kultur und Sprache international (und auch im eigenen Land) eines viel höhren Ansehens erfreut, als es uns die Kulturpessimisten weismachen wollen.
Ich mag dieses Selbstmitleid nicht, in dem sich viele Deutsche gerne suhlen.
riesenzwerg (03.12.2008)
..........muss entgegengetreten werden. Und richtigerweise fängt das an mit einer proklamatischen, institutionellen ''Behütung'' der eigenen Sprache !
riesenzwerg (03.12.2008)
@kappes : Das schrieb ich ja : Jede Sprache entwickelt sich und das ist etwas völlig Normales.
Aber einer kollektiven Verlotterung der Sprache, wie sie ja nunmal stattfindet und einem Werte- und Sittenverfall und einer damiteinhergenden systematischen Unterwanderung der eigenen Kultur, die sich ja nicht nur auf das 19. und 20. Jahrhundert reduzieren lässt, muss entgegengetreten werden.
cklein (03.12.2008)
@riesenzwerg
Eben. Man kann es nicht vorschreiben. Deswegen bringt es auch nichts, es ins GG zu schreiben. Sprachentwicklung findet meines Erachtens u.a. in Diskussionen wie dieser statt. Dort entstehen geniale Formulierungen wie "pseudokosmopolitisches Imponiergehabe" :-)
cklein (03.12.2008)
@tanzbär
Dort, wo es sich wirklich um "pseudokosmopolitisches Imponiergefasel" (interessanter Ausdruck übrigens) handelt, gebe ich dir ja recht. Aber es gibt ja durchaus auch sinnvoll verwendete englische Begriffe. Ich bin für Differenzierung.
riesenzwerg (03.12.2008)
@cklein : Wie soll man vorschreiben, wer was mit welchen Entlehnungen und Flexionen schreibt ? Ich denke der liberale, literarische Raum mit seinem multikulturellen Austausch von Wörten und Gedanken wird hier mit dieser Verankerung im GG nicht betreten.
@inkubus : Welche Kultur und welches Erbe geschützt werden soll, darüber sind sich die Kultur- und Gesellschaftskritiker im Großen und Ganzen einig. Es ist das Erbe der klassischen deutschen Dichter und Denker mit ihren erkenntistheoretischen Modellen und mit ihrer anthropologischen Weltanschauung.
Das Nazi- und Kommunistengeschädigte Volk des 20. Jahrhundert, das ein beispielloses ideologisches Schwarz-weiß-Denken etablierte, versperrt uns die Sicht auf die Erkenntnisse über Religion, Geschichte, Kultur und Aufklärung.
So kommt es dann auch, dass Sozialisten als Kommunisten und andererseits Fürsprecher der deutschen Kultur und Sprache vorschnell als Nazis beschimpft werden. Oft sehe ich, dass Du ebenfalls übermäßig unter diesem Einfluß stehst.
Du denkst : Was nicht links ist, ist zwangsläufig rechts oder birgt die braune Gefahr !?!?!
tanzbär66 (03.12.2008)
Ich finde RZ´s Einwand durchaus berechtigt. Ich frage mich schon seit langem, was dieses pseudokosmopolitische Imponiergefasel soll. Mit der Sprache sterben Kultur und Identität eines Volkes.
Nur sehe ich nicht, was es bringt, sowas im Grundgesetz zu verankern. Wer will das kontrollieren?
Gerade jetzt im Moment sind andere Großbrände zu löschen, von denen man mit sowas vielleicht ablenken will.
Da ist die Kulturpolitik gefragt, und vor allem jeder einzelne sollte sich fragen, warum er "Wellnessprodukte" kauft, und "Nordic Walking" macht...
(03.12.2008)
Sprache lebt, Sprache entwickelt sich weiter - ein reines Deutsch hat es nie gegeben und wird es auch nie geben
Was mich an dem Satz stoert, ist "die Sprache" - warum nicht Amtssprache?
Wir haben hier in den Niederlanden zwei Amtsprachen (naeheres dazu hier : http://www.meinsol.de/blog/show.phtml?cbID=27889 ), aber gesprochen wird hauptsaechlich Dialekt.
'Die Sprache' ist etwas anderes als 'die Amtssprache' - da sollte man mal darueber nachdenken !
cklein (03.12.2008)
@Riesenzwerg
Mal im Ernst. Ich mag die deutsche Sprache gern. Es ist meine Muttersprache und es sind großartige literarische Werke mit ihr geschaffen worden.
Ich finde es auch gut, Anglizismen dort zu vermeiden, wo sie wirklich überflüssig sind, bzw. sogar fälschlich gebraucht werden.
Was ich nicht schätze ist der Kulturkampf mit viel Schaum vor dem Mund, den manche Leute betreiben. Eine Reinheit der Sprache gibt es nicht, hat es nie gegeben. Wir haben immer schon aus anderen Sprachen entlehnt und sind über die Jahrhunderte gut damit gefahren.
Sich gegen hirnverbrannte Exzesse zu wehren, finde ich in Ordnung.
Aber ich werde mir nicht von Peter Müller oder irgendwelchen Nationalisten diktieren lassen, dass ich künftig gängige, aus dem Englischen oder einer anderen Sprache entlehnten, Termini nicht mehr gebrauche.
riesenzwerg (03.12.2008)
@cklein: Natürlich, eine Germanisierung einer Sprache ist genau wie eine ''Amerikanisierung falsch.
Bei dieser Debatte, müssen wir aber zwischen der Verlotterung einer Sprache und ihren fatalen Folgen und der völlig normalen Entwicklung einer Sprache unterscheiden............
inkubus666 (03.12.2008)
bärchen : jo, die franzosen schon wieder, das sagt ja alles fg
rz : genau, ich bin auch für die germanisierung der eu !!! sofort ein DEUTSCHES
gegengewicht zur GELBEN GEFAHR gesetzt ! die chinesen interessieren einzelne
sprachen auch nicht... STILLGESESSEN, heute gehört uns der deutschunterricht
und morgen die ganze ... andere scheisse gg
rein geschichtlich teilen wir uns unser dollen deutschen wurzeln mit so ziemlich allen zwischen
mittelmeer und kaukasus... und wenn wir noch weiter zurückgehen, waren wir quasi alle
SCHWARZ... welche kultur und welches erbe soll denn nun geschützt werden ? nur die
der letzten 1000... äh... 100 jahre, oder nur die der letzten 10 oder was nun ?
cklein (03.12.2008)
@Riesenzwerg
Schöne Rede.
Und was genau bringt es der deutschen Sprache, wenn man sie im GG verankert? Werden die IT'ler aus kappes' Clip dann vor's Bundesverfassungsgericht gezerrt? Die Produenten des Douglas-Werbefilms mit Bußgeldern belegt? Statt Browser sagen wir alle wie die Computerbild "Internetanzeigeprogramm"?
cklein (03.12.2008)
Okay, wenn hier schon die kulturkritische Diskussion aufgemacht wird.
Als Freund der englischen Sprache habe ich ein ernsthaftes Problem mit der Germanisierung dieser Sprache. Die macht nicht mal vor dem künftigen amerikanischen Präsidenten halt:
http://www.youtube.com/watch?v=D3T-dIvLbkE
tanzbär66 (03.12.2008)
Kubi:
In Frankreich wurde vor Jahren mal so ein Gesetz zum Schutze der französischen "Muttersprache" gemacht. Das kam besonders gut bei denen an, die dort bretonisch, elsässisch, katalanisch, okzitanisch oder baskisch als Muttersprache ansehen. Die wollten dann auch gleich so ein Gesetz für ihre Sprachen.
Auch sollten französische Sender zu einem gewissen Prozentsatz französischsprachige Titel spielen. Was daraus wurde, habe ich als Nichtradiohörer nicht weiter verfolgt.
riesenzwerg (03.12.2008)
Hinter der Sprache liebe Kleingeister , stehen Mentalitäten, Lebensweisen, Werte, Sitten , Bräuche, ja die gesamte Kultur ! Diese Kultur befindet sich bereits seit Jahrzehnten im multikulturellen und europäischen EG-Zugriff, was angesichts der modernen Zivilastionsprobleme einen mehr als fragwürdigen Gesellschaftswandel hervorrief, der nunmehr alles in Frage stellt !
Heiße Luft ? Vielleicht gilt das für den Müller sogar, der macht ja gern viel heiße Luft.
Aber abgesehen davon erscheint es mir so, als hätte Müller nur einmal auf einen ganzheitlichen Denker gehört und endlich mal eine Ursache angepackt !
Denn wer als Volk in diesem Zusammenspiel nicht die Frage nach der Sprache zunächst eindeutig klärt, wird keine kulturelle Integrität und somit keine funktionierende Volkswirtschaft erlangen und in der Folge wird er erst recht nicht die Defizite der ''schnöden Realitäten'' beseitigen können........
Kurz. Eine aufgeblasene Plaudertüte hat zufälig mal etwas Wichtiges aufgeschnappt und wird gleich scharf kritisiert. Denn ''Volk'' will fliegen, aber wie immer verzichtet es auf das Fahrgestell , das es zum Landen braucht !
cklein (03.12.2008)
@kappes
Diese IT'ler. Schon crazy, mit was für Wordings die in ihren Keynote Speeches campaignen ;-)
tanzbär66 (03.12.2008)
Wenn ich mir allerdings z.B. ein Aldi-Prospekt durchlese, frage ich mich auch, in welchem Land wir leben.
Da fängt doch die "Amerikanisierung" im Kleinen an.... und endet schließlich im Großen in dem Chaos, das unsere Finanzbimbos den Amis nachgeäfft haben.
inkubus666 (03.12.2008)
weiss zufällig jemand, ob das in irgendeinem grundgesetz der welt steht ? g
aber ich freu mich schon auf den "volksmusikzwang", die "kuckucksuhrenpflicht"
und den gamsbart, den man gut sichtbar am mantel... äh, nee, hut zu tragen hat fg
(03.12.2008)
Die Sprache der BRD ist Deutsch. - Muss unbedingt ins GG, wie sollte man den sonst das BKA-Gesetz ausfuehren, wenn jeder fremdspricht und Schaeuble nicht versteht, was er ueberhaupt abhoert?
(03.12.2008)
http://chaosradio.ccc.de/media/video/wir-koennen-alles-ausser-hochdeutsch.m4v
(03.12.2008)
heisst das jetzt, dass bayern wieder eigenstaendig wird?
cklein (03.12.2008)
Ein großartiger Beitrag zur Wahrung der deutschen Sprache wäre auch die Entwicklung einer Zwei-Finger-Suchsystem-freundlichen Tastatur ;-). Ich komme gar nicht hinterher, irgendwelche Buchstabendreher in meinen Texten zu korrigieren ;-)
cklein (03.12.2008)
*g*
Nicht schlecht ist auch der Kommentar von Bastian Sick in SPON:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,594125,00.html
tanzbär66 (03.12.2008)
...Allerdings wenn man den Peter Müller reden hört, ist das garnicht so abwegig.
*Ironiemodus aus*